Die Symphonische Orgel der Lutwinuskirche zu Mettlach
Eine Vision wird Realität - Ein Überblick für eilige Leser
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Mettlach als Kulturstandort
Sowohl die Zivilgemeinde Mettlach als auch ihre Pfarrkirche St. Lutwinus genießen einen weitreichenden Ruf: die hier ansässige Keramikmanufaktur, der hohe Freizeitwert des Ortes und der umliegenden Landschaft an der Saarschleife bewirken gemeinsam mit den kulturellen Denkmälern der Lutwinuskirche, des Alten Turms und der Abtei eine einmalige Anziehungskraft innerhalb der Großregion. Dies kommt dem Anliegen Mettlachs, sich als Fremdenverkehrsgemeinde weiter zu entwickeln, zugute. Neben den hierfür definierten Eckpfeilern des Industrie-, des Gesundheits- und des Wander- und Radtourismus dürfte der Kulturtourismus eine weitere Zielgruppe ansprechen. Diesbezüglich sind kulturell hochwertige und in der Großregion originelle Veranstaltungen ein wesentliches Kriterium: um auf diesem Terrain erfolgreich zu sein, wird die Erweiterung des Kulturangebotes hinsichtlich Qualität und Einzigartigkeit angestrebt.

Kirchenmusik - ein wesentlicher Eckpfeiler der Kultur
Mit der Lutwinuskirche als Wahrzeichen des Mettlacher Tales befindet sich in der Gemeinde ein Ort von hoher spiritueller und kultureller Attraktivität. Dies unterstützt auch das Bistum Trier durch die Bereitstellung einer Schwerpunktstelle des dort angestellten Kirchenmusikers.
Mit der Mettlacher Wallfahrt zum Grab des Hl. Lutwinus, den Pontifikalämtern und der hochwertigen Kirchenmusik stellt die Lutwinuskirche ein wesentlich geistliches und kulturelles Zentrum in unserer Region dar.
Es liegt deswegen im Interesse aller, also sowohl in dem der Zivilgemeinde als auch in dem der kirchlichen Pfarrgemeinde, den kulturellen Wert dieses Gotteshauses zu erhöhen, da sich im gemeinsamen Einsatz die kulturelle Attraktivität Mettlachs als Fremdenverkehrsgemeinde effektiv steigern lässt.
Das Konzept des Lutwinuskantors Christoph Keller erstreckt sich vor diesem Hintergrund auf verschiedene Ansätze, die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde in ihrem Engagement anzusprechen und herauszufordern. Einer der wesentlichen Punkte dabei ist die Erweiterung der erhaltenen, bestehenden Orgel der Lutwinuskirche zu einem einzigartigen symphonischen Instrument.

Erweiterung der Orgel in der Lutwinuskirche
Im heutigen Kulturbetrieb erlangte über die letzten Jahrzehnte ein Kriterium besonderes Gewicht: die werkgetreue Aufführungspraxis. Gerade in der Orgelmusik lässt sich dieser Anspruch, die aufgeführten Werke in ihrem originalen Klang darzustellen, nur selten umsetzen. In unserem Fall wurde die Orgel der Lutwinuskirche 1957 im Sinne der elsässischen Orgelbewegung mit deutschen und französischen Elementen erbaut und orientiert sich am damaligen Zeitgeschmack: wohl modern zu dieser Zeit, jedoch weniger der Musik der vorangegangenen Romantik verpflichtet, welche zu diesem Zeitpunkt kaum mehr eine Rolle spielte. Diese Musik der Romantik hat gerade in unserer Zeit für das Konzertpublikum und die Liturgie wieder existentielle Bedeutung erlangt, da sie den Menschen einen leichten Zugang zur Musik ermöglicht und deren spirituelle Seite wesentlich betont.
In diesem Sinne ist es erstrebenswert, diese Orgel in einen Zustand zu versetzen, welcher der Spätromantik zur Zeit der Erbauung unserer Lutwinuskirche entspräche und damit gleichzeitig die Voraussetzungen für die werkgetreue Aufführungspraxis schaffen würde. Das kirchliche Bauwerk und sein Instrument würden nach über 100 Jahren eine wirkliche künstlerische Einheit bilden!
Die Erweiterung der Orgel bezieht sich in der Hauptsache auf den Einbau von historischen, viktorianischen Pfeifen, die zu einem Bruchteil ihres tatsächlichen Wertes aus England bereits besorgt werden konnten: ein komplettes Teilwerk des Orgelbauers Joseph Binns aus den 1890er Jahren, eine wertvolle Tuba Magna von John Compton sowie als besonderer Schatz eine Clarinet von Peter Conacher aus dem Jahre 1859.
Die Erweiterung stellt ein Instrument bereit, welches im Europäischen Geist die romantische Orgeltraditon Deutschlands, Frankreichs und Englands zusammenführt. Hierdurch würde Mettlach zu einem der wenigen Kulturorte werden, wo Gastkünstler von Weltrang die europäische Orgelmusik der Romantik werkgetreu aufführen könnten. Das große Interesse des New Yorker Organisten, Stephen Tharp (ausgezeichnet als „International Performer of the Year 2011“), als Berater mitzuwirken, belegt die internationale Relevanz dieses hehren Vorhabens.

Die erweiterte Orgel als symphonisches Großinstrument könnte ein Alleinstellungsmerkmal für Mettlach in kultureller Hinsicht sowohl in der Großregion als auch im gesamten südwest-deutschen Raum bewirken, welches den angestrebten Ausbau Mettlachs zur Fremdenverkehrsgemeinde unterstützen dürfte.

Die Katholische Pfarrgemeinde St.Lutwinus will ein Zeichen des Dankes und der Anerkennung an Frau Beatrice von Boch-Galhau setzen und ihr die künftige erweiterte Orgel zu ihrem Gedenken widmen. Dies geschieht aufgrund des christlichen Engagements, das Frau von Boch besonders in der Nachkriegszeit als Beitrag zur Versöhnung zwischen zwei Nationen und auch später in ihrem sozialen Wirken zeigte.